Die Overline
Markantes Wahrzeichen der Stadt seit 1453
Der aus dem 15. Jahrhundert stammende Runde Turm ist das Wahrzeichen der Stadt Andernach. Als nationales Baudenkmal und Meisterwerk der gotischen Baukunst kündet der Turm den Herannahenden bereits aus der Ferne vom städtischen Stolz und bürgerlichen Selbstbewusstsein des Spätmittelalters.
56 Meter misst der Runde Turm vom Boden bis zu seiner höchsten Spitze. Er zählt damit zu den mächtigsten mittelalterlichen Wehrtürmen im deutschsprachigen Raum.
56 Meter misst der Runde Turm vom Boden bis zu seiner höchsten Spitze. Er zählt damit zu den mächtigsten mittelalterlichen Wehrtürmen im deutschsprachigen Raum.
Baugeschichte
Der Runde Turm ist einer der mächtigsten mittelalterlichen Wehrtürme im deutschsprachigen Raum. Mit einer Höhe von 56 Metern übertrifft er vergleichbare Bauwerke wie etwa den Oberweseler Ochsenturm (um 1350), der als ein Vorbild für den Andernacher Turm gedient haben dürfte. Der Andernacher Bau gehört zum Typus der sogenannten „Butterfasstürme“, auf deren mächtigen Basistürmen sich etwas schlankere Turmaufsätze erheben. Der Runde Turm ist einer der mächtigsten mittelalterlichen Wehrtürme im deutschsprachigen Raum. Mit einer Höhe von 56 Metern übertrifft er vergleichbare Bauwerke wie etwa den Oberweseler Ochsenturm (um 1350), der als ein Vorbild für den Andernacher Turm gedient haben dürfte. Der Andernacher Bau gehört zum Typus der sogenannten „Butterfasstürme“, auf deren mächtigen Basistürmen sich
etwas schlankere Turmaufsätze erheben.
etwas schlankere Turmaufsätze erheben.
Unverwüstlich – der Runde Turm zwischen Krieg und Frieden.
Der Runde Turm hielt mit seinen im Basisturm rund vier Meter starken Mauern allen Stürmen der Zeit stand. Auch der Beschuss durch Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 konnte den steinernen Riesen nicht in die Knie zwingen. Noch heute zeugt ein tiefer Einschlagkrater in der südwestlichen Außenmauer von dem gescheiterten Sprengversuch.
Nachdem die Stadtmauer mit ihren Toren und Türmen im 18. Jahrhundert ihre strategische Bedeutung verloren hatte, setzte der Verfall dem Runden Turm mehr und mehr zu. Dieser „Ruinen-Romantik“ setzte Victor Hugo 1840/42 ein eindrucksvolles literarisches Denkmal. 1819 hatte der preußische König Friedrich Wilhelm III. (reg. 1797–1840) die Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren der Stadt Andernach geschenkt. Bald danach begannen die Andernacher damit, Teile der Befestigung abzureißen. Angeblich gab es damals sogar Überlegungen, den Runden Turm dem Erdboden gleich zu machen. Diese Idee wurde jedoch glücklicherweise wieder fallengelassen – sicherlich auch unter dem Eindruck des aufblühenden Tourismus im Zeitalter der „Rheinromantik“, die den Runden Turm als Motiv für sich entdeckt hatte.
1880 wurde die erste größere Restaurierungsmaßnahme der Neuzeit am Runden Turm durchgeführt; insbesondere wurden schadhafte Bereiche an der Turmspitze und am Wehrgang erneuert.
In diesem Zuge wurden auch die vier Tuffreliefs mit den Darstellungen des Andernacher Stadtwappens ersetzt (heraldisch falsch, nämlich senkrecht). Trotz dieser Restaurierungen stürzte bereits im Jahre 1916 ein ca. acht Meter breites Stück der Brüstungsmauer ab.
Als am 9./10. März 1945 amerikanische Truppen Andernach einnahmen, wurde der Runde Turm beschossen und im oberen Bereich schwer beschädigt. Zwischen 1950 und 1952 konnten die Kriegsschäden behoben werden; der Runde Turm erhielt damals auch eine neue Kreuzblume aus Basaltlava aufgesetzt.
Die Wiederherstellungsarbeiten wurden unter der Leitung des Andernacher Architekten Lubens Mandt (1877–1960) ausgeführt. 1985/86 und 2003 wurde der Runde Turm zuletzt umfassend saniert.
Nachdem die Stadtmauer mit ihren Toren und Türmen im 18. Jahrhundert ihre strategische Bedeutung verloren hatte, setzte der Verfall dem Runden Turm mehr und mehr zu. Dieser „Ruinen-Romantik“ setzte Victor Hugo 1840/42 ein eindrucksvolles literarisches Denkmal. 1819 hatte der preußische König Friedrich Wilhelm III. (reg. 1797–1840) die Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren der Stadt Andernach geschenkt. Bald danach begannen die Andernacher damit, Teile der Befestigung abzureißen. Angeblich gab es damals sogar Überlegungen, den Runden Turm dem Erdboden gleich zu machen. Diese Idee wurde jedoch glücklicherweise wieder fallengelassen – sicherlich auch unter dem Eindruck des aufblühenden Tourismus im Zeitalter der „Rheinromantik“, die den Runden Turm als Motiv für sich entdeckt hatte.
1880 wurde die erste größere Restaurierungsmaßnahme der Neuzeit am Runden Turm durchgeführt; insbesondere wurden schadhafte Bereiche an der Turmspitze und am Wehrgang erneuert.
In diesem Zuge wurden auch die vier Tuffreliefs mit den Darstellungen des Andernacher Stadtwappens ersetzt (heraldisch falsch, nämlich senkrecht). Trotz dieser Restaurierungen stürzte bereits im Jahre 1916 ein ca. acht Meter breites Stück der Brüstungsmauer ab.
Als am 9./10. März 1945 amerikanische Truppen Andernach einnahmen, wurde der Runde Turm beschossen und im oberen Bereich schwer beschädigt. Zwischen 1950 und 1952 konnten die Kriegsschäden behoben werden; der Runde Turm erhielt damals auch eine neue Kreuzblume aus Basaltlava aufgesetzt.
Die Wiederherstellungsarbeiten wurden unter der Leitung des Andernacher Architekten Lubens Mandt (1877–1960) ausgeführt. 1985/86 und 2003 wurde der Runde Turm zuletzt umfassend saniert.
Vom städtischen Gefängnis zur Jugenherberge
Der Runde Turm ist Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Andernachs, die ab ca. 1200 unter Einbeziehung der spätrömischen Kastellmauer errichtet wurde. An exponierter Stelle an der Nordwestecke der Stadtmauer gelegen, kündete er schon aus der Ferne von der Wehrhaftigkeit und dem Reichtum der spätmittelalterlichen Hafen- und Händlerstadt Andernach.
Der Runde Turm war als Wacht- und Wehrturm, aber auch als städtisches Gefängnis konzipiert. Auf ihm lebte zumindest zeitweise ein Turmwächter, der aus luftiger Höhe einen hervorragenden Überblick über die gesamte Stadt und ihr Umland hatte. Für das Jahr 1515 sind wir über die Aufgaben des Turmwächters namens Blasius, dem Trompeter, informiert. Er lebte gemeinsam mit seiner Mutter auf dem Turm. Morgens und abends hatte er seine Trompete zu blasen, ebenfalls sollte er Signal geben, wenn sich der Stadt auf dem Rhein ein Schiff näherte. Sicherlich war er auch dafür zuständig, im Falle von Bränden und herannahenden Feinden Meldung zu geben. Die Stellung als Turmwächter war angesehen, so durfte Blasius die Kleidung eines städtischen Ratsdieners tragen.
Für das 16. Jahrhundert sind zahlreiche Schusswaffen bezeugt, mit denen im Verteidigungsfalle die Angreifer vom Runden Turm herab abgewehrt werden sollten.
Ein zeitgenössischer Kupferstich zeigt uns, dass der Runde Turm im Jahre 1591 zur Verteidigung der Stadt mit Schusswaffen gegen die Truppe des Olivier van den Tympel gedient haben dürfte.
Auch als städtisches Gefängnis wurde der Runde Turm genutzt. Mehrere Berichte von hier eingekerkerten und vermutlich auch gefolterten vermeintlichen Hexen und Zauberern sind überliefert. Sie dienten noch lange Zeit als Grundlage für Spukgeschichten, die in der Andernacher Bevölkerung kursierten (siehe auch LINK hier).
Neben seiner praktischen Bedeutung für die städtische Verteidigung und als Gefängnis war der Runde Turm von Beginn an auch ein städtischer Repräsentationsbau. So prangen vier großformatige Tuffreliefs (1880 erneuert) an prominenter Stelle auf den Außenmauern des achteckigen Turmaufsatzes. Der Turm wurde in einer Zeit errichtet, als das Selbstbewusstsein der Stadt Andernach und ihrer Bürger nach der Niederschlagung des Aufstandes gegen den Kölner Kurfürsten als Landesherrn 1357–67 wieder erstarkt war. Dem Status der mächtigen Stadt verliehen die Andernacher mit dem Bau des Turmes monumentalen Ausdruck. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der Runde Turm recht genau die Höhe der Westtürme der benachbarten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (um 1180/90–um 1220) erreicht: Stand der Mariendom für die Macht der Trierer Erzbischöfe als dem geistlichen Stadtherrn und die Burg der Kölner Erzbischöfe (13.–16. Jh.) als Machtdemonstration der weltlichen Herren über die Stadt, setzten sich die Andernacher Bürger mit dem Runden Turm am exponierten Ort ein eigenes Denkmal ihres neuen Selbstbewusstseins und ihrer Wehrhaftigkeit.
Spätestens im 18. Jahrhundert hatte der Runde Turm, ebenso wie die gesamte mittelalterliche Stadtbefestigung, die ursprüngliche Wehrfunktion verloren. 1819 schenkte der Preußische König Friedrich Wilhelm III. die gesamte Stadtmauer mit allen Türmen und Toren der Stadt Andernach. Bald danach begannen die Andernacher damit, Teile der Befestigung abzureißen. Angeblich gab es damals sogar Überlegungen, den Runden Turm dem Erdboden gleich zu machen. Diese Idee wurde jedoch glücklicherweise wieder fallengelassen – sicherlich auch unter dem Eindruck des aufblühenden Tourismus und der sogen. „Rheinromantik“. 1849 wurde der Turm zwecks Einrichtung einer Schrotmühle verpachtet.
1922 wurde im Runden Turm auf Betreiben des Andernacher Lehrers Prof. Heinrich Aschenberg und des Eifelvereins eine Jugendherberge eröffnet. Die Schlafsäle wurden im achteckigen Turmaufsatz eingerichtet, während im großen Gewölbesaal der zweiten Ebene (heutiger Ausstellungsraum) ein Gemeinschaftsraum eingerichtet wurde.
Dort, wo heute die Marinekameradschaft Admiral Hipper Andernach e.V. ihr Vereinsheim unterhält, wurde 1921/22 die Wohnung der Herbergseltern eingerichtet.
Die Jungendherberge im Runden Turm entwickelte sich bis zu ihrer einstweiligen Schließung im Jahre 1935 zu einer der meistbesuchten Einrichtungen ihrer Art im Rheinland: Im Jahre 1927 zählte man hier 10.036 Übernachtungen; 1930 sogar 11.985. Hierfür standen anfangs 50 Betten in zwei Schlafsälen zur Verfügung, um 1930 wurde die Anzahl der Betten auf ca. 80 erweitert. 1935 wurde die Jugendherberge auf den Krahnenberg verlegt und die Hitler-Jugend (HJ) bezog den Runden Turm.
Der Runde Turm war als Wacht- und Wehrturm, aber auch als städtisches Gefängnis konzipiert. Auf ihm lebte zumindest zeitweise ein Turmwächter, der aus luftiger Höhe einen hervorragenden Überblick über die gesamte Stadt und ihr Umland hatte. Für das Jahr 1515 sind wir über die Aufgaben des Turmwächters namens Blasius, dem Trompeter, informiert. Er lebte gemeinsam mit seiner Mutter auf dem Turm. Morgens und abends hatte er seine Trompete zu blasen, ebenfalls sollte er Signal geben, wenn sich der Stadt auf dem Rhein ein Schiff näherte. Sicherlich war er auch dafür zuständig, im Falle von Bränden und herannahenden Feinden Meldung zu geben. Die Stellung als Turmwächter war angesehen, so durfte Blasius die Kleidung eines städtischen Ratsdieners tragen.
Für das 16. Jahrhundert sind zahlreiche Schusswaffen bezeugt, mit denen im Verteidigungsfalle die Angreifer vom Runden Turm herab abgewehrt werden sollten.
Ein zeitgenössischer Kupferstich zeigt uns, dass der Runde Turm im Jahre 1591 zur Verteidigung der Stadt mit Schusswaffen gegen die Truppe des Olivier van den Tympel gedient haben dürfte.
Auch als städtisches Gefängnis wurde der Runde Turm genutzt. Mehrere Berichte von hier eingekerkerten und vermutlich auch gefolterten vermeintlichen Hexen und Zauberern sind überliefert. Sie dienten noch lange Zeit als Grundlage für Spukgeschichten, die in der Andernacher Bevölkerung kursierten (siehe auch LINK hier).
Neben seiner praktischen Bedeutung für die städtische Verteidigung und als Gefängnis war der Runde Turm von Beginn an auch ein städtischer Repräsentationsbau. So prangen vier großformatige Tuffreliefs (1880 erneuert) an prominenter Stelle auf den Außenmauern des achteckigen Turmaufsatzes. Der Turm wurde in einer Zeit errichtet, als das Selbstbewusstsein der Stadt Andernach und ihrer Bürger nach der Niederschlagung des Aufstandes gegen den Kölner Kurfürsten als Landesherrn 1357–67 wieder erstarkt war. Dem Status der mächtigen Stadt verliehen die Andernacher mit dem Bau des Turmes monumentalen Ausdruck. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der Runde Turm recht genau die Höhe der Westtürme der benachbarten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (um 1180/90–um 1220) erreicht: Stand der Mariendom für die Macht der Trierer Erzbischöfe als dem geistlichen Stadtherrn und die Burg der Kölner Erzbischöfe (13.–16. Jh.) als Machtdemonstration der weltlichen Herren über die Stadt, setzten sich die Andernacher Bürger mit dem Runden Turm am exponierten Ort ein eigenes Denkmal ihres neuen Selbstbewusstseins und ihrer Wehrhaftigkeit.
Spätestens im 18. Jahrhundert hatte der Runde Turm, ebenso wie die gesamte mittelalterliche Stadtbefestigung, die ursprüngliche Wehrfunktion verloren. 1819 schenkte der Preußische König Friedrich Wilhelm III. die gesamte Stadtmauer mit allen Türmen und Toren der Stadt Andernach. Bald danach begannen die Andernacher damit, Teile der Befestigung abzureißen. Angeblich gab es damals sogar Überlegungen, den Runden Turm dem Erdboden gleich zu machen. Diese Idee wurde jedoch glücklicherweise wieder fallengelassen – sicherlich auch unter dem Eindruck des aufblühenden Tourismus und der sogen. „Rheinromantik“. 1849 wurde der Turm zwecks Einrichtung einer Schrotmühle verpachtet.
1922 wurde im Runden Turm auf Betreiben des Andernacher Lehrers Prof. Heinrich Aschenberg und des Eifelvereins eine Jugendherberge eröffnet. Die Schlafsäle wurden im achteckigen Turmaufsatz eingerichtet, während im großen Gewölbesaal der zweiten Ebene (heutiger Ausstellungsraum) ein Gemeinschaftsraum eingerichtet wurde.
Dort, wo heute die Marinekameradschaft Admiral Hipper Andernach e.V. ihr Vereinsheim unterhält, wurde 1921/22 die Wohnung der Herbergseltern eingerichtet.
Die Jungendherberge im Runden Turm entwickelte sich bis zu ihrer einstweiligen Schließung im Jahre 1935 zu einer der meistbesuchten Einrichtungen ihrer Art im Rheinland: Im Jahre 1927 zählte man hier 10.036 Übernachtungen; 1930 sogar 11.985. Hierfür standen anfangs 50 Betten in zwei Schlafsälen zur Verfügung, um 1930 wurde die Anzahl der Betten auf ca. 80 erweitert. 1935 wurde die Jugendherberge auf den Krahnenberg verlegt und die Hitler-Jugend (HJ) bezog den Runden Turm.